BiPRO© Violeta Stoimenova

BiPRO, einfach erklärt

Wer oder was steckt hinter BiPRO?

Die Abkürzung BiPRO steht für „Brancheninstitut für Prozessoptimierung“.  Der unabhängige Verein standardisiert unternehmensübergreifende Geschäftsprozesse im Bereich der Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbranche, wodurch allen Beteiligten die Arbeit erleichtert werden soll.

Zu diesen Beteiligten zählen beispielsweise:

  • Versicherungen
  • Versicherungsmakler
  • Maklerpools sowie Maklerverbunde
  • Anbieter von branchenspezifischer Software (Hersteller von MVPs oder Vergleichsrechnern) 
  • Dienstleister wie z. B. von Versicherern beauftragte Systemhäuser.

Als Mitglieder des Vereins sind juristische Personen sowie Personengesellschaften aus dem Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbereich zugelassen. Unternehmen, die eine “prozessbezogene Bindung” an die Branche haben, können dem Verein ebenfalls beitreten. Solche Unternehmen sind beispielsweise IT-Dienstleister, die für Versicherungen arbeiten, aber auch der Deutsche Maklerverbund ist bei BiPRO tätig, um die Digitalisierung der Versicherungsbranche weiter voranzutreiben.

Der Verein BiPRO fasst mehr als 300 Mitglieder, die Branchen-Normen zum unternehmensübergreifenden Datenaustausch erarbeiten. Damit die Bedürfnisse aller Beteiligten berücksichtigt werden, gilt bei konkreten Projekten sowie bei der Besetzung von Ausschüssen das 2:2-Prinzip. Es werden also zwei Mitglieder von Seiten der Versicherungsunternehmen sowie zwei Vertreter der Vermittler benötigt, um eine Entscheidung zu treffen.

BiPRO entwickelt selbst keine technischen Lösungen. Der Verein legt lediglich Normen fest, die definieren, wie Daten und Schnittstellen auszusehen haben. Die Umsetzung und Einbindung jedoch obliegt den Vereinsmitgliedern. Die Normen sind jedoch nicht als Verpflichtung, sondern als Empfehlung zu verstehen. Somit setzt nicht jedes angeschlossene Unternehmen auch alle BiPRO-Normen um, denn nicht alle Normen sind für alle Beteiligten relevant. Zudem erfordert die Entwicklung der Schnittstellen Zeit und nicht selten auch hohe Kosten.

BiPRO 430: Die Maklerpost-Norm

Eine der wichtigsten BiPRO-Normen ist die Norm 430 samt Unternormen wie zum Beispiel BiPRO 430.4 für die Übermittlung von vertragsbezogenen Geschäftsvorfällen. BiPRO 430 bildet die Grundlage für ein gesellschaftsübergreifendes Postfach. Software mit BiPRO-430-Integration macht Folgendes möglich: 

  • Wichtige Dokumente wie Policen oder auch der Schriftverkehr von mehreren Gesellschaften können über eine einzige Oberfläche abgerufen und verwaltet werden.
  • Dokumente können direkt dem jeweiligen Kunden zugeordnet werden.
  • Es können automatische Geschäftsvorgänge erstellt werden. Befindet sich ein Kunde bspw. im Beitragsrückstand, wird er auf diese Weise direkt informiert.

Für Versicherungsmakler bedeutet das konkret, dass sie sich nicht mehr auf den jeweiligen Portalen der einzelnen Versicherungsgesellschaften einloggen müssen, um Ihre Post und Dokumente abzurufen. Stattdessen können Sie Ihre gesamte Post von allen Gesellschaften bequem über Ihr Maklerverwaltungsprogramm abrufen. Einzige Voraussetzung: Das System muss BiPRO-fähig sein und die jeweiligen Versicherer, mit denen Sie als Makler arbeiten, haben eine entsprechende Schnittstelle eingerichtet.

Was sind die Vorteile von BiPRO im Makleralltag?

Vorteile:

Zeitersparnis: Als Versicherungsmakler müssen Sie nicht mehr den Weg über Maklerportale und Extranets der einzelnen Versicherungsgesellschaften gehen und dort einzeln Daten abrufen. 

Automatisierung: Als Versicherungs­makler müssen Sie Dokumente nicht mehr manuell dem jeweiligen Kunden zuordnen. Außerdem entfallen das Einscannen von Dokumenten sowie die Laufzeiten des Postwegs. BiPRO ermöglicht Automatisierungen und reduziert auf diese Weise auch die Fehleranfälligkeit.

Beachte:

Die BiPRO-Normierung ist allerdings keine hundertprozentige Garantie für vollständige und einheitliche Daten. Entscheidend ist immer die gelieferte Datenqualität der jeweilige Provider.

Wie komme ich an BiPRO-Daten?

BiPRO kümmert sich um den Datenaustausch. Dafür sind mindestens zwei Beteiligte notwendig: Provider und Consumer. Provider sind in aller Regel die Versicherungsunternehmen, die entsprechende Schnittstellen bereitstellen. Als Consumer bezeichnet man die Vermittler.

In der konkreten Umsetzung muss die Versicherungsgesellschaft über eine BiPRO-Schnittstelle verfügen. Vermittler brauchen eine Software, die die entsprechenden Normen implementiert hat. So können dann die bereitgestellten, normierten Daten verarbeitet werden und nach BiPRO-Norm versendet werden.

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